Wieso planen wir unser Leben?

Habt ihr euch schon jemals diese Frage gestellt, wieso wir immer und alles um uns herum eigentlich planen müssen? Warum unser Leben oft aus niemals enden wollenden To-Do-Listen besteht, aus Stunden an verplanten Aktivitäten oder gesellschaftlichen Verpflichtungen. Aus welchem Grund sind wir so streng mit uns selbst und teilen unsere kostbare Zeit so penibel auf? Fragen, auf die nur jeder selbst eine Antwort finden kann. Ich persönlich plane mein Leben nicht auf diese Art und Weise. Mein Tagesablauf bzw. meine Lebensphasen sind nicht bis ins kleinste Detail geplant, was wiederum aber nicht heißt, dass ich einfach in den Tag hinein lebe 😉 Im Laufe des Lebens hab ich zwei Dinge gelernt: Erstens nicht länger als ein paar Monate, maximal ein halbes Jahr im Voraus zu planen und zweitens sich einfach mehr auf den Moment, das hier und jetzt zu konzentrieren, dass zu tun, was einem Spaß bereit, was sich gut anfühlt und was man gerne tut. Nichts ist schlimmer als sich durch endlose Listen zu quälen und dabei die schönsten Momente im Leben zu verpassen.

Erst kürzlich hab ich auf Instagram bei einer Kollegin gesehen, dass das To-Do-Listen Laster sogar soweit gehen kann, dass kurzerhand der gesamte Menüplan für eine Woche im Voraus geplant wird. Natürlich gibt’s dazu die passende Einkaufsliste an die man sich zu halten hat. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Planen wir unsere Tagesabläufe bzw. unsere Routine aus Bequemlichkeit? Ist es einfacher, sich – wie in diesem Beispiel – nur einmal in der Woche Gedanken über das Essen zu machen anstatt täglich über dieselbe Frage zu grübeln? Ja. Es wäre tatsächlich einfacher, wobei wir wieder beim leidigen Thema Gemütlichkeit angekommen wären. Aus Angst vor Neuem, aus Angst vor Veränderungen gehen wir den leichteren Weg. Wir scheuen Konfrontationen, nehmen den Weg des geringsten Widerstandes ohne dabei an die Konsequenzen zu denken. Routine, geplante Tagesabläufe sind toll – VERÄNDERUNGEN sind das, was uns ausmachen und uns prägen. Nichts ist schlimmer als ewig dieselben Abläufe zu durchleben. Ich verurteile niemanden für seine Taten, jeder muss seinen Weg im Leben finden. Ich persönlich könnte mir ein so strukturiertes Leben nicht vorstellen, eine Woche im Voraus zu planen, was ich nächste Woche Donnerstag essen werden, wäre nichts für mich – ich weiß heute gar nicht, was mir nächste Woche schmecken wird 😉

Eine grobe Ahnung, eine ungefähre Struktur des Lebens zu haben ist gut. Einen konkreten fixfertigen 10 Jahres Plan zu haben ist Blödsinn. Viel zu oft hat mich das Leben gelehrt, dass es sinnlos ist, die Zukunft zu verplanen. Sich auf Dinge und Menschen zu fixieren und glauben alles über das Leben zu wissen. Das einzige was ich daraus gelernt habe ist nichts zu wissen. Kaum geglaubt den Sinn des Lebens und das große Ganze verstanden zu haben, wird man vom Schicksal eines besseren belehrt. Menschen treten oft aus dem Nichts in dein Leben, ganz unverhofft, sind eine Bereicherung für dich und genauso schnell und plötzlich verschwinden Menschen wieder aus deinem Leben. Ironie, schlechtes Omen oder Schicksal? Nein, denn das ist der Kreislauf unseres Lebens. Und das ist wiederum der Grund, warum ich keine allzu großen Pläne mehr schmiede. Was nützt ein Plan, wenn man Begegnungen, Schicksalsschläge und das Unvorhergesehene nicht berechnen kann. Meist passieren Dinge binnen Bruchteilen von Sekunden, Sekunden, die über unsere Zukunft entscheiden. Wir sind meist machtlos, können nur daneben stehen und zusehen, wie sich unsere Pläne, unsere ausgemalte Zukunft und oftmals auch unsere Träume einfach in Luft auflösen.

Was passiert mit uns, wenn wir zu viele Pläne erstellen, uns mit immer mehr To-Do-Listen überhäufen und vielen Alltagsdingen die Spontanität nehmen? Das Leben wird eintöniger. Durch Pläne, strukturierte Tagesabläufe werden wir berechenbar und unflexibel. Wir sind in unserer wohlbehüteten Routine und brechen davon nur selten aus. To-Do Listen fördern dieses Verhalten, es ist simple, Abläufe und Tätigkeiten aufzuschreiben um sie anschließend Stück für Stück abzuhaken. Dennoch fehlen dabei einfach der oftmals notwendige Weitblick, die Flexibilität und die Spontanität. Zu sehr sind wir in unserer heilen, verplanten Welt gefangen und verpassen dadurch die besten Momente. Viel zu sehr beschäftigen wir uns mit dem Planen und Organisieren von Dingen, anstatt diese einfach kurzfristig und aus dem Bauchgefühl heraus zu entscheiden. Eine gewisse Struktur im Leben zu haben ist gut, nie den Überblick über alles zu verlieren ein Muss und dennoch darf eine gesunde Portion Lebensfreude, Spontanität und eine Dosis kunterbuntes nicht fehlen. Fehler zu machen, nicht immer alles zu 100% perfekt durchdacht zu haben und auch mal sich selbst oder gegenüber anderen Menschen Fehler einzugestehen, dass ist es, was uns menschlich macht. Wir lieben nicht ein perfektes Leben, sondern vielmehr ist es das Unperfekte, was so perfekt ist, wie es ist – mit oder ohne Plan 🙂

 

unperfect perfect.

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