Ein Jahr Corona – ein Jahr Pandemie

The secret of happiness is freedom. The secret of freedom is courage.

Carrie jones

Österreich / Europa / Weltweit. Ich hab die Ereignisse vom 13. März 2020 noch genau vor meinen Augen, als ob es gestern gewesen wäre. Die Ungewissheit, Angst, Nervosität, die Nerven lagen Plank und noch gefühlte hundert andere Zustände und Gedanken spukten in mir umher. Am Freitag, den 13. März des vorigen Jahres verkündete die Regierung den ersten Lockdown und leitete das Ende unseres normalen Alltages ein. Von da an hieß es Büro gegen Homeoffice tauschen, Social Distance, keine Veranstaltungen/Konzerte, keine Reisen, keine Restaurant/Cafe Besuche, zumindest das letztere war im Sommer/Frühherbst mit kleinen Abstrichen möglich. Seit November können wir von einem romantischen Dinner im Lieblingsrestaurant nur Träumen, genauso auch von einem Wochenende oder Tagesausflug ans Meer. All diese Freizeitaktivitäten rücken aktuell wieder aufs neue in weite Ferne :/

Ein Jahr Pandemie, ein ganzes Jahr lang bestimmt mittlerweile ein Virus die Welt, beherrscht unseren Alltag, raubt uns die Normalität und all das, was wir liebten. Nicht nur das, uns wurde/wird mittlerweile viel mehr genommen, die Unbekümmertheit, die Freiheit und leider oftmals auch die Freiheit der eigenen Meinung. Fordernde Zeiten erfordern auch spezielle Maßnahmen, doch ist wirklich alles so notwendig, wie es derzeit ist?

Ist das noch unser Österreich, ist das noch Europa?

Vorweg möchte ich klarstellen, ich bin kein Regierungsgegner, auch kein Coronaverweigerer / genereller Impfgegner etc. (was es alles noch so gibt zur Zeit..) sondern nur Realist. Europa wurde einst mit dem Hintergrund gewisser Werte gegründet, Werte, die im Vertrag von Lissabon festgelegt wurde. Darunter zählen die Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Recht von Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte haben alle Mitgliedsstaaten gemeinsam, bei denen die Gesellschaft durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern ausgezeichnet wird. Doch wo sind die Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte jetzt? Hier verschwimmt leider in letzter Zeit immer öfter das Bild, noch immer andauernde (Teil-) Lockdowns, einzelne Sparten und Branchen ohne Aussicht und Persepktive, unzähliche Menschen sind arbeitslos, all das lässt die Glaubhaftigkeit der Regierung leider sinken. Es sind für niemanden leichte Zeiten, doch gewisse Grundrechte sollten uns erhalten bleiben!

Ein Jahr Pandemie im Rückblick

13. März 2020 – ein Land, nein Europa und die gesamte Welt war im Ausnahmezustand. Österreich war eines der ersten Länder, welches den Lockdown verhängte, damals musste niemand so recht, was auf uns zukommt, was uns erwarten wird und vor allem wie überhaupt eine Ausgangssperre genau aussieht. Heute, ein Jahr danach können wir alle diese Wörter schon nicht mehr hören, wir sind es leid im Dauerlockdown zu sein, hin und wieder für ein paar Wochen wenigstens in die Geschäfte zu dürfen, bevor wieder der nächste Lockdown vor der Türe steht. Vor einem Jahr wurden die Lebensmittelgeschäfte regelrecht geplündert, wichtig war vor allem das Klopapier 😉 Heute geh ich vor dem Lockdown nicht mal mehr einkaufen, wozu auch, alles ist mittlerweile so gut organisiert, durch Click & Collect, Lieferservice, Zustellung vor die Haustüre, etc. ist das auch gar nicht mehr notwendig. Der erste Lockdown hatte uns bis zum April/Mai gut im Griff, danach wurde es Sommer und auch die Regelungen wurden gelockert, das Leben spielte sich hauptsächlich wieder im Freien ab. Ein Sommer am See, im Lieblingscafe, im Restaurant und sogar am Meer war möglich. Im Herbst kam schnell die Ernüchterung, ein Zögern der Regierung sorgte für einen raschen Anstieg der Zahlen und so war der dritte Lockdown unvermeidbar. Da sind wir nun, im März 2021 – noch immer im Lockdown, seit November haben Restaurants und Cafes nur für Takeaway geöffnet, von Reisen ins Ausland, einem Hotelbesuch im Inland oder Konzerten sind wir meiner Meinung nach noch weit entfernt. Ein Leben wie wir es einst hatten, wird es vermutlich auch so schnell noch nicht geben und einen Sommer wie voriges Jahr – ach wie schön das doch wäre und was ich nicht alles dafür geben würde, dass es heuer zumindest wieder genauso wird ♡

Was hat sich für uns geändert?

Freiheit. Ein Wort, welches seit vorigem Jahr eine ganz neue Bedeutung für uns erlangt hat, unsere geliebte Freiheit, tun und lassen zu können, wann, wo und was wir wollen. Reisen, egal wohin, Hauptsache Koffer packen, ins Ausland düsen und Neues entdecken. Hier sind wir seit vorigem Jahr stark eingeschränkt und ich glaub da spreche ich für viele von uns: das ist einfach die gravierendste Veränderung von allen. Nicht mehr das machen zu können, was einem Spaß und Freude bereitet, sondern nur mehr das, was gerade möglich ist. Nochmals schlimmer trifft es alle reisefreudigen unter uns, denn hier plagt einen ja schon sehr das Meerweh – doch es werden auch wieder bessere Zeiten kommen.

Entschleunigung. Nicht alles ist durch die Coronakrise negativ zu sehen. So wie ich, sind noch viele weitere Menschen seit der Pandemie im Home Office, was nicht nur zu einer gewissen Entschleunigung sondern auch zu einer Senkung der Co2 Emissionen führt. Die Senkung der klimaschädlichen Emissionen ist natürlich ein positiver Effekt der Lockdowns und der gezwungenen Stillstände. Präsenzen im Büro werden zum Beispiel mit Videomeetings kompensiert, genauso werden Treffen zwischen Unternehmen auch vorzugsweise über Videokonferenzen abgehalten. Diese Veränderungen sind nicht nur temporär, nein, sie sind tiefgreifend und bleiben sicher in der einen oder anderen Weise dauerhaft im Businessalltag integriert. Die Zeit spielt hier natürlich auch eine wesentliche Rolle, Meetings sind online leicht organisiert, früher hatte man sich für Besprechungen ins Auto gesetzt und ist im schlechtesten Fall ein paar hundert Kilometer gefahren. Das gehört nun für gewisse Bereiche sicherlich der Vergangenheit an.

Natur. Wir gehen wieder mehr denn je in den grünen Balsam für unsere Seele – raus in die Natur und rauf auf den Berg. Jeder braucht zum ständigen Indoorbereich einen Ausgleich und wo gibt es diesen besser als am Land und in der Natur? Übrigens macht sich dieser Stadtfluchttrend auch in der Immobilienbranche bemerkbar. Es gibt bereits leichte Tendenzen dazu, die dauerhafte Flucht von der Stadt aufs Land hat bereits begonnen. Bei all dem Homeschooling und Homeooffice kann es in der Wohnung schon mal zu eng werden.

Kreativ. Viele tolle Ideen, Produkte, Projekte und Unternehmen haben in der Krise ihren Ursprung. Leute orientieren sich neu, erfinden sich neu und arbeiten an ihrer Kreativität. Es werden neue Wege gesucht, zum Beispiel können auch Veranstaltungen virtuell abgehalten werden, ganze Messen können online besucht werden. Es ist so viel mehr möglich, als wir uns das jemals hätten vorstellen können.

Wäre es nicht toll

… die Solidarität, das Miteinander und das Gemeinschaftsgefühl von vor genau einem Jahr in unsere Gegenwart zu bringen und dauerhaft zu behalten?
… Berufsgruppen und -sparten dauerhaft zu “beklatschten und bejubeln” und nicht einmal alle 50 bis 100 Jahre? Jeder verdient für seine Arbeit genau so viel Anerkennung, egal welcher Beruf ausgeübt wird.
… wenn sich durch die Krise die Ungleichheit und Ungerechtigkeit der Gesellschaft nicht noch mehr vertieft würde? Wenn die Kluft zwischen Arm und Reich kleiner und nicht größer würde?
… das unsere Emissionen sich auch zukünftig reduzieren würden? Das sich die Natur dauerhaft erholen kann und das vorige Jahr keine Ausnahme war?
… wenn wir etwas aus der Pandemie lernen und davon mit in die Zukunft nehmen – für eine bessere Zukunft?

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