Nachhaltig auf Reisen

„Die größte Gefahr für unseren Planeten ist der Glaube, dass jemand anderes ihn retten wird.“

Robert swan

Können wir auf Reisen gehen, die Welt entdecken, neue Orte bestaunen und gleichzeitig auch dafür sorgen, dass all die schönen Landschaften, Städte und Plätze möglichst lange erhalten bleiben? Können wir selbst – kann jeder einzelne von uns – zu einem nachhaltigen, schonenden und umweltbewussten Tourismus beitragen? Lassen sich Langstreckenflüge in der heutigen Zeit noch mit einem umweltschonenden Gedanken vereinbaren? Wie werden wir in Zukunft reisen? Wird sich unser Reiseverhalten längerfristig verändern, wird vieles nicht mehr in der Form möglich sein, wie es einst war oder bleibt doch alles beim Alten? Das und noch vieles mehr findet ihr in diesem Artikel – ein Beitrag für eine bewusstere Zukunft, eine umweltschonendere Lebensweise und ein Reisen mit Klima-Fußabdruck. Wir können nicht von heute auf morgen die Welt verändern, aber wir können Stück für Stück dazu beitragen, dass die Welt so, wie wir sie kennen, erhalten bleibt und das für viele weitere Generationen.

In der heutigen Zeit ist Reisen so einfach wie noch nie, Mobilität scheint schier endlos zur Verfügung zu stehen, auch die entferntesten Reiseziele rücken mittlerweile in greifbare Nähe – einen Ort nicht zu erreichen scheint völlig unmöglich. Die Menschheit reist gerne, dieser Boom ist erstmals besonders zwischen den Jahren 2009 bis 2013 merklich geworden, natürlich davor schon stetig gestiegen. Reisen ist nicht nur quasi unbegrenzt (ausgen. Covid) möglich, sondern mittlerweile auch sehr preiswert, wodurch noch mehr Touristen in die abgelegensten Regionen gelockt werden – All-Inklusive & Massentourismus sei Dank. Leider vergessen viele dabei, dass sie mit ihrem Handeln maßgeblich zur Zerstörung all der schönen Reiseziele beitragen. Glaubt man diversen Autoren und Magazinen zählt Reisen längst, neben Massentierhaltung, zu den schlimmsten Umweltsünden unserer Zeit. Folgen wir unserer Reiselust wachsen die jährlichen Emissionen, verursacht im Tourismus, auf 6,5 Milliarden Tonnen CO2 an. Folglich würde das bedeuten, je öfter und weiter wir reisen, desto mehr schädigen wir unserem Planeten.

Sollen wir nun nie wieder reisen?

Nein, das wird nicht passieren und braucht es auch nicht. Es geht nicht darum, sich nur mehr im eigenen regionalen Umfeld zu bewegen, sondern vielmehr ist es wichtig, dass jedem einzelnen bewusst wird was es bedeutet zu reisen, welche “Umweltschäden” dadurch verursacht werden und wie man etwas dazu beitragen kann, das Emissionen eingespart, die Ressourcen geschont und auf unsere geliebte Umwelt geachtet wird.

Reisen sind nicht selbstverständlich, vielleicht wurde uns das im letzten Jahr wieder mehr denn je bewusst. Reisen sind Luxus, ein Privileg, dass wir aktuell nicht haben, in ein paar Monaten, in ein, zwei Jahren sieht alles wieder anders aus. Doch der Luxus des Reisens wird einen bleibenden Nachdruck hinterlassen. Um die Welt zu fliegen, unbekümmert von einem zum nächsten Ort, dass wird es in der Form, wie wir es kannten vielleicht nicht mehr geben. Umso wichtiger wird es sein, dass jeder einzelne Reisende selbst Verantwortung für sein Handeln übernimmt und unseren Globus möglichst umweltbewusst erkundet.

Was ist nun ein Nachhaltiger Tourismus?

Der sanfte oder auch nachhaltige Tourismus genannt ist eine Form des Reisens die drei wesentliche Anliegen verfolgt und zwar sollte so wenig wie möglich auf die bereiste Natur eingewirkt und ihr zu Schaden kommen, die Natur möglichst nah, intensiv und in ihrer ursprünglichen Form erleben und sich der Kultur des bereisten Landes möglichst anzupassen. Zusätzlich ist man natürlich als Gast in einem fremden Land immer Botschafter der eigenen Kultur und trägt daher auch seinem eigenen Land gegenüber eine gewisse Verantwortung. Der Begriff nachhaltiger Tourismus kann auch so definiert werden:

Als nachhaltig wird Tourismus dann angesehen, wenn er einen Umgang mit allen Ressourcen in einer Art und Weise ermöglicht, dass ökonomische, soziale und ästhetische Bedürfnisse erfüllt werden können und gleichzeitig die kulturelle Integrität, essentielle ökologische Vorgänge und die Biodiversität erhalten bleiben.“

Was können wir als Reisende nun unternehmen um trotzdem unserer Leidenschaft nachzugehen und gleichzeitig den Planeten zu schützen? Wie können wir Nachhaltigkeit und Reisen am besten miteinander verbinden? Und wo sollen wir bloß anfangen?

Tipps für nachhaltiges Reisen

#1 Verzichten wir auf All-Inklusive & Pauschalreisen
Das mag für den einen oder anderen von euch vielleicht too much sein, doch seinen wir uns mal ehrlich: All diese Hotels und Reisen sind nur auf Massentourismus ausgelegt, um eine möglichst hohe Anzahl an Gästen in einem Ressort zu beherbergen, bewirten und alles zu bieten, was sie benötigen. Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein? Das wird man hier leider vergeblich suchen, denn so gut wie keine internationale Hotelkette achtet auf Regionalität und Nachhaltigkeit, hier geht es doch eher nur um den Profit. Möglicherweise bedeutet das für den einen oder anderen von uns, sich ein klein wenig aus der gemütlichen Komfortzone zu bewegen und sich selbst eine Reise oder Unterkunft zu organisieren. Es gibt in jedem Land wirklich tolle lokale Hotels, auch Hotelketten welche eben nur regional vertreten sind, Boutiquehotels und noch vieles mehr.

#2 Die Entfernung
Die wichtigste Frage bei der Reiseplanung: Wohin geht es und wie kommen wir dorthin? Per Flugzeug oder fährt nicht auch ein Zug oder Schiff zu meinem Wunschort? Oftmals greifen wir aus Bequemlichkeit zur einfachsten Reisemöglichkeit, dabei bieten sich heutzutage ja schon so viel mehr Varianten an. Innerhalb eines Landes oder auch in die Nachbarländer muss es nicht das Flugzeug sein, hier kann man schon bequem mit dem Zug reisen oder einfach selbst mit dem Auto die Länder erkunden. Oder man nimmt für eine längere Strecke den Zug und dann vor Ort einen Mietwagen. Wie ihr seht, bieten sich viele Möglichkeiten einer nachhaltigen Reise an, wenn man nur mal etwas über den Tellerrand blickt 😉

#3 Fliegen, aber bitte umweltbewusst
Mittlerweile gibt es online schon Portale, wo man sich über die Klimabilanz einer Fluggesellschaft informieren kann. So kann man zum Beispiel eine umweltbewusstere Airline wählen. Auch eine nachhaltige Variante ist, Direktflüge anstelle von Teilflügen zu wählen. Aufgrund der Ticketpreise wählen viele Fluggäste die Teilflüge, dabei dauern diese meist um einiges länger und sind natürlich mit aufwändigen Check-Ins, Boardings und Umstiegen verbunden. Auch werden bei Start- und Landungen mehr CO2-Emmissionen verbraucht als beim “reinen” Flug.

#4 Reisen mit leichtem Gepäck
Je mehr Dinge man mit auf Reisen nimmt, desto weniger nachhaltig reist man. Mit schwerem Gepäck, also mit mehr Gewicht, belastet man dadurch unnötig die Umwelt, führt zu einem höheren Treibstoffverbrauch und außerdem ist man die gesamte Reise über sehr unflexibel und schleppt einen schweren Koffer mit. Weniger ist oft mehr – in diesem Fall trifft das ganz bestimmt zu, seien wir uns mal ehrlich, wie viel des Kofferinhaltes nehmen wir wieder so mit nach Hause, wie wir die Lieblingsstücke auch in den Koffer gepackt haben? – Leider sind es jedes Mal noch zu viele, daher ist es sinnvoller, den Koffer bewusst zu packen und nur die notwendigsten Dinge mitzunehmen.

#5 Konsumiert lokal & regional
Was ist nicht sehr nachhaltig? Wenn ich in meinem neuen Reiseziel ankomme und zu allererst zum Beispiel einen McDonalds besuche, das hat natürlich nichts mit Umweltbewusstsein zu tun. Vielmehr ist es wichtig, regionale und lokale Unternehmen zu stützen, auch in fremden Ländern die nationale Wirtschaft zu fördern und nicht große internationale Ketten. Lieber einen Cafè in einem einheimischen Lokal genießen und die regionale Küche testen. Dem Internet sei Dank, heutzutage findet man ja im Handumdrehen etliche Lokale und Restauranttipps per Knopfdruck.

Da ich noch so viele Tipps & Ideen für nachhaltiges Reisen habe – stay tuned für Teil 2 🙂

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